Ironie ist ein viel genutztes rhetorisches Stilmittel, das sowohl in der Literatur als auch im Alltag verwendet wird. Wörtlich bedeutet es soviel wie Verstellung oder Vortäuschung. Warum diese Faktoren gerade bei der Verwendung von Ironie so wichtig sind, erfährst du im Folgenden.

Ironie kann ebenso wie Sarkasmus und Zynismus der Kommunikation eine humorvolle Komponente geben. Wichtig ist dabei allerdings, dass du dieses Stilmittel richtig anwendest, damit die Ironie verständlich ist und ihren Sinn erfüllt. Wir klären dich über die beliebte rhetorische Figur auf.

Definition von Ironie

Definition von Ironie

Ironie kann sowohl eine rhetorische Figur als auch eine literarische Haltung sein und sich manchmal sogar in komplexen Fügungen wiederfinden. Häufig wird die Ironie so definiert, dass sie das Gegenteil von dem besagt, was sie eigentlich meint. Dies bezeichnet jedoch nur einen kleinen Teil dessen, was die Ironie eigentlich ausmacht. Denn sie ist ein kompliziertes Mittel menschlicher Kommunikation, die auf Reflexion und dem Verständnis des Gegenübers basiert.

Die Definition im Duden beschreibt die Ironie als „feine[n], verdeckte[n] Spott, mit dem jemand etwas dadurch zu treffen sucht, dass er es unter dem augenfälligen Schein der eigenen Billigung lächerlich macht“. Mithilfe der Ironie wird also ein bestimmter Aspekt ins Lächerliche gezogen, indem der Sprecher es scheinbar billigt, obwohl es nicht seiner Überzeugung entspricht. Damit der Zuhörer jedoch weiß, dass es sich um Ironie handelt, muss er die Überzeugungen des Sprechers erst einmal kennen. Die ironische Äußerung muss nämlich ganz offensichtlich gegen die Überzeugung des Sprechers verstoßen, um als Ironie gedeutet werden zu können. Auf diese Weise wertet die Äußerung den Aspekt, auf den sie sich bezieht – und zwar zumeist negativ.

Das Verständnis von Ironie kannst du allerdings mit verschiedenen Ironiesignalen erleichtern. Deine Mimik, Gestik und Betonung können verdeutlichen, dass es sich um Ironie handelt und das Gesagte nicht wortwörtlich gemeint ist. Das Stilmittel der Ironie ist komplex und bedarf reflektiertem Handeln. Denn nicht nur der eigene Wissensstand muss reflektiert werden, sondern auch der des Gegenübers. Ist dieser geringer, ist die Ironie für ihn wahrscheinlich nicht ersichtlich. Weitere rhetorische Mittel findest du in diesem Artikel.

Formen der Ironie

Formen der Ironie: Sokratische Ironie

Ironie kann sich in verschiedenen Formen äußern. Neben der einfachen Ironie, die beispielsweise als rhetorisches Mittel verwendet wird, gibt es eine Vielzahl anderer Ausprägungen, die ironisch aufgefasst werden. Wir stellen die Wichtigsten vor.

Doppelte Ironie

Während Ironie normalerweise das Gegenteil von dem behauptet, was sie eigentlich meint, trifft bei der doppelten Ironie das Gesagte wortwörtlich zu. Der Zuhörer wird dabei in die Irre geleitet, weil er in der Regel zuerst davon ausgeht, dass es sich um die normale Ironie-Form handelt. Bei näherer Überlegung stellt er jedoch fest, dass das Gesagte doch zutrifft. Da die doppelte Ironie oft bei einem bereits ironischen Satz angewendet wird, verstärkt sie die Ironie noch einmal.

Sokratische Ironie

Die sokratische Ironie bezeichnet die typische Definition der Ironie im antiken Griechenland und findet auch in vielen platonischen Dialogen Anwendung. Damals nutzte man Ironie zur Belehrung, indem man sich dumm stellte und den scheinbar überlegenen Gesprächspartner mit gezielten Fragen zum Nachdenken anregte. Auch daher rührt die altgriechische Wortbedeutung für Ironie, die übersetzt Verstellung meint.

Objektive Ironien

Mittlerweile unterscheidet man zudem zwischen der verbalen und objektiven Ironie. Denn auch gewisse Fügungen können sich als ironisch erweisen. Besondere Bezeichnungen für dieses Phänomen sind beispielsweise “Ironie des Schicksals“ oder “Ironie der Geschichte“. Der Duden definiert diese Fügungen wie folgt: “Paradoxe Konstellation, die einem als Spiel einer höheren Macht erscheint“. Es handelt sich hier also um ein metaphysisches oder geschichtspolitisches Phänomen, das sich aus einer Situation heraus als ironisch erweist. Damit diese als ironisch betrachtet werden kann, braucht sie jedoch einen Betrachter, der die Ironie – in diesem Fall eine Verschiebung zwischen Ideal und Wirklichkeit – erkennt.

Romantische Ironie

Die romantische Ironie bezeichnet eine literarische Haltung, die – wie der Name schon sagt – hauptsächlich in der Epoche der Romantik Anwendung fand. Sie befasst sich mit dem Schaffungsprozess von Kunst und Kunstwerken. In der Literatur selbst wird also reflektiert, wie Kunst zustande kommt. Die Theorie wurde maßgeblich von Friedrich Schlegel beeinflusst und findet sich beispielsweise in Ludwig Tiecks Komödie “Der gestiefelte Kater“ wieder.

Ironie in Zeiten des Internets

In Zeiten des Internets kommt Ironie nicht nur verbal zum Ausdruck, sondern auch in schriftlicher Form. Auf diese Weise ist sie jedoch besonders schwer zu erkennen, da den Lesern der Verfasser und dem Verfasser der Leser nicht bekannt ist. Ihre jeweiligen Überzeugungen sind also unbekannt und machen es dem Leser so ganz besonders schwer herauszufinden, ob die Aussage des Verfassers wortwörtlich oder ironisch gemeint ist. Mittlerweile haben sich allerdings ein paar Hilfsmittel durchgesetzt, die auch in schriftlicher Form die Intention der Aussage verdeutlichen.

  • Emoticons: Emoticons ersetzen die Mimik, die normalerweise als Ironiesignal die ironische Intention verdeutlicht. Sie können ausdrücken, mit welchen Gefühlen ein bestimmter Ausdruck verbunden ist und so auch eine mögliche Ironie verdeutlichen (zum Beispiel: 😉 oder ;-D).
  • Inflektive: Inflektive ersetzen die fehlende Gestik in geschriebenen Ausdrücken, die wiederum zu den Ironiesignalen zählt. Beispiele sind unter anderem *grins* und *zwinker*.
  • Großschreibung: Großschreibung kann ebenfalls behilflich sein, um Ironie zu verdeutlichen. Schreibst du bestimmte Wörter groß, betont der Leser diese Wörter automatisch und die Aussage kann sich bei entsprechender Betonung ironisch anhören.
  • Doppelter Zirkumflex: Als besonderes Zeichen für ironische Inhalte hat sich bei Jugendlichen mittlerweile das Zirkumflex (^^) etabliert.

Unterschied zwischen Ironie und Sarkasmus

Unterschied zwischen Ironie und Sarkasmus

Ironie und Sarkasmus sind eng miteinander verbunden, allerdings gibt es nicht unerhebliche Unterschiede zwischen den beiden rhetorischen Figuren. Obwohl beide Figuren etwas ins Lächerliche ziehen, unterscheiden sie sich in der Absicht ihrer Verwendung. Die Ironie dient vor allem zur Auflockerung einer Situation, beispielsweise um ernste Themen lockerer zu vermitteln oder einen drohenden Streit zu deeskalieren. Im alten Griechenland wurde Ironie zudem zur Belehrung verwendet.

Sarkasmus dagegen ist beißender Spott bis hin zu Hohn, der den Adressaten gezielt verletzen will. Das spiegelt sich auch schon in der Wortbedeutung wider, denn das verwandte altgriechische Verb bedeutet übersetzt “zerfleischen“ oder “verhöhnen“. Der Hohn kann dabei direkt oder indirekt erfolgen. Es handelt sich jedoch immer um einen gewollten Angriff auf das Gegenüber, der verletzend wirken soll.

In einigen Fällen wird sowohl Ironie als auch Sarkasmus verwendet, was die Unterscheidung der beiden Figuren erschwert. Sarkasmus verfolgt jedoch immer eine bestimmte Absicht, während Ironie dazu verwendet wird, diese sprachlich auszudrücken, beispielsweise indem auf spöttische Art und Weise das Gegenteil von dem Gesagten behauptet wird. Sarkasmus kann sich jedoch auch ohne Ironie äußern, wenn er direkt ausgedrückt wird. Also ist Sarkasmus immer an der Absicht zu erkennen, jemanden lächerlich machen zu wollen.

Beispiele von Ironie

Beispiele von Ironie

Um dir ein genaueres Bild von Ironie zu machen, kannst du einige Beispiele zu Rate ziehen, die dir eine ironische Ausdrucksweise noch einmal verdeutlichen. Sie dienen einerseits dazu, Kritik auf humorvolle Art und Weise zu äußern und andererseits – in Kombination mit Sarkasmus – um den Adressaten zu verhöhnen.

“Toll gemacht.“

Dieser ironische Satz lässt sich auf zahlreiche Beispiele übertragen. Natürlich kann er auch ein Lob ausdrücken, doch mit Ironiesignalen wie Mimik und Gestik kann er auch ironisch verwendet werden, nämlich wenn genau das Gegenteil der Fall ist. Lässt du beispielsweise etwas fallen und dein Gegenüber reagiert darauf mit dem Satz “Toll gemacht“, wisst ihr beide, dass das Gegenteil der Fall ist. Ihr seid beide auf dem selben Wissensstand und könnt die Ironie dieses Satzes in dieser Situation deuten.

“Das Kleid fällt ja ganz besonders vorteilhaft.“

Auch dieser Satz sagt an sich erst einmal etwas Positives aus, nämlich dass das Kleid besonders gut sitzt. Mit der entsprechenden Betonung und anderen Ironiesignalen wird allerdings schnell deutlich, dass es sich um einen ironischen Satz handelt und das Gegenteil gemeint ist. Zudem müssen die Gesprächspartner auf dem selben Wissensstand sein: Der Sprecher könnte beispielsweise für seine gemeinen Kommentare bekannt sein. Nicht zu überhören, ist in diesem Satz der enthaltene Sarkasmus, der es darauf absieht, den Adressaten mit dieser Aussage zu verletzen. Ironie und Sarkasmus treten in diesem Beispiel also gemeinsam auf.

“Überanstreng dich nicht!“

Auch diese Aussage könnte ohne die entsprechenden Ironiesignale als wohlwollender Rat aufgefasst werden. Hier kommt es wieder auf die Situation an. Wenn ein Arbeitskollege den ganzen Tag unproduktiv am Schreibtisch sitzt und jemand diesen Satz zu ihm sagt, wissen wohl beide, dass dieser ironisch gemeint ist. Es handelt sich um eine Kritik, die mithilfe der Ironie humorvoll ausgedrückt wird. Auf diese Weise wird der faule Kollege aufgefordert, produktiver zu sein, ohne ihn dabei zu verletzen und ihn direkt zu kritisieren.

Ironische Sprüche

Ironische Sprüche

Folgende Sprüche und Zitate bilden weiterhin einige gute Beispiele für ironische Aussagen. Sie stammen von bekannten Persönlichkeiten und zeigen, dass Ironie ein beliebtes Mittel ist, um Kritik oder Beobachtungen auszudrücken. Dies gilt ebenso für den einfachen Mann als auch für Intellektuelle.

1.“Gute Taten, die man plant, sind angenehmer als solche, die man ausführt.“ – Emily Brontë

2. “Wenn jeder seine Talente entfalten würde, wäre es allzu laut auf der Welt.“ – Richard Wagner

3. “Ich liebe die Menschen. Nur die Vorstellung, mit einem von ihnen das Zimmer zu teilen, ist mir unerträglich.“ – Fjodor M. Dostojewski

4. “Wer im Leben selbst kein Ziel hat, kann wenigstens das Vorankommen der anderen stören.“ – Benjamin Franklin

5. “Alles, was dir begegnen wird, ist leider nicht zu vermeiden.“ – Sören Kierkegaard

6. “Verschiebe nicht auf morgen, was genauso gut auf übermorgen verschoben werden kann.“ – Mark Twain

7. “Seien Sie vorsichtig mit Gesundheitsbüchern – Sie könnten an einem Druckfehler sterben.“ – Mark Twain

8. “Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“ – Francis Bacon

9. “Was jedermanns Angelegenheit ist, geht keinen etwas an – ausgenommen die Journalisten.“ – Joseph Pulitzer

10. “Mit dem Rauchen aufzuhören ist kinderleicht. Ich habe es schon hundertmal geschafft.“ – Mark Twain

11. “Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.“ – Wilhelm Busch

12. “Die Deutschen sind ein gemeingefährliches Volk: Sie ziehen unerwartet ein Gedicht aus der Tasche und beginnen ein Gespräch über Philosophie.“ – Heinrich Heine

13. “Es ist unerträglich, von einem Menschen regiert zu werden, der schlimmer ist als man selbst.“ – Demosthenes

14. “Das Schlechte am Guten und das Gute am Schlechten ist, dass beides einmal zu Ende geht.“ – Anatole France

15. “Auch die besessensten Vegetarier beissen nicht gern ins Gras.“ – Joachim Ringelnatz

16. “Im Unterschied zu anderen Krankheiten, ist das Leben immer tödlich.“ – Italo Svevo

17. “Sommer ist die Zeit, in der es zu heiss ist, um das zu tun, wozu es im Winter zu kalt war.“ – Mark Twain

18. “Nichts ist so sehr für die gute alte Zeit verantwortlich wie das schlechte Gedächtnis.“ – Anatole France

19. “Die schönsten Träume von Freiheit werden ja im Kerker geträumt.“ – Friedrich Schiller

20. “Liebe ist die edelste Geistesschwäche.“ – John Dryden

Sprüche über Ironie

Sprüche über Ironie

Neben der Verwendung von Ironie, um eine bestimmte Aussage zu treffen, gibt es auch zahlreiche Zitate bekannter Persönlichkeiten über Ironie. Schon im alten Griechenland vermochte das rhetorische Mittel die Gelehrten zu faszinieren. Diese Faszination ist auch in der Gegenwart ungebrochen. Folgende Zitate können dir einen Einblick geben, was einige Berühmtheiten über das sprachliche Mittel dachten.

1.“Ironie ist das Körnchen Salz, das das Aufgetischte überhaupt erst genießbar macht.“ – Johann Wolfgang von Goethe

2. “In unserer Zeit wird viel von Ironie und Humor geredet, besonders von Leuten, die nie vermocht haben, sie praktisch auszuüben.“ – Soren Kierkegaard

3. “Was man ernst meint, sagt man am besten im Spaß.“ – Wilhelm Busch

4. “Der Spott endet, wo das Verständnis beginnt.“ – Marie von Ebner-Eschenbach

5. “Bei Damen sollst du fein, 
gar niemals nicht ironisch sein.“ – Wilhelm Busch

6. “Die Gewöhnung an Ironie, ebenso wie die an Sarkasmus, verdirbt übrigens den Charakter, sie verleiht allmählich die Eigenschaft einer schadenfrohen Überlegenheit: man ist zuletzt einem bissigen Hunde gleich, der noch das Lachen gelernt hat, außer dem Beißen.“ – Friedrich Wilhelm Nietzsche

7. “Der Ironiker ist meist nur ein beleidigter Pathetiker.“ – Christian Morgenstern

8. “Ironie ist die letzte Phase der Enttäuschung.“ – Anatole France

9. “Die Ironie ist die Kaktuspflanze, die über dem Grab unserer toten Illusionen wuchert.“ – Elbert Hubbard

10. “Die Ironie ist ein Element des Glücks.“ – Jules Renard

11. “Der Unterschied zwischen Ironie und Humor ist so ausgedrückt worden, daß bei der Ironie Scherz hinter dem Ernst, beim Humor Ernst hinter dem Scherz steckt.“ – Harald Höffding

12. “Die Ironie ist eine Beleidigung in Form eines Kompliments.“ – Edwin Percy Whipple

13. “Ironie ist der Weg und Übung zur Laune.“ – Jean Paul

14. “Der Ironiker ist ein Mann, der die Dummheit der Welt mit Lieblichkeit zu bekämpfen sucht.“ – Victor Auburtin

15. “Die Ironie kann man definieren als eine Verstellungskunst in Worten und Handlungen.“ – Theophrastos von Eresos

16. “Ironie kann Tochter der Weisheit – oder der Dummheit sein. Mancher Hohlkopf wendet Ironie an, weil er bemerkt hat, daß unbeholfene Menschen sich durch sie leicht verblüffen lassen.“ – Otto von Leixner

17. “Ironie kann ebenso gut aus hohlem Kopf wie aus vollem Herzen stammen.“ – Otto von Leixner

18. “Ironie ist klares Bewußtsein der ewigen Agilität, des unendlich vollen Chaos.“ – Friedrich von Schlegel

19. “Kein gebildeter Mensch aus unserer Zeit kann das Wort ›rührend‹ aussprechen, ohne daß ein Körnchen Ironie in der Stimme zittert.“ – Jens Peter Jacobsen

20. “Zu einer ironischen Bemerkung gehören immer zwei: einer, 
der sie macht, und einer, der sie versteht.“ – Otto Weiß

0 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 50 votes, average: 0,00 out of 5 (0 votes, average: 0,00 out of 5)
You need to be a registered member to rate this.
Loading…

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here