Der Bericht zählt zu den häufigsten journalistischen Darstellungsformen. Mit dieser Nachrichtenform kann ein Sachverhalt wertfrei wiedergegeben und in einen Zusammenhang eingeordnet werden. Allerdings gibt es auch andere Formen des Berichts wie beispielsweise einen Praktikumsbericht. Was einen Bericht ausmacht und wie du ihn selbst verfassen kannst, erfährst du im Folgenden.

Einen Bericht zu schreiben, gehört zum journalistischen Kernhandwerk. Doch auch in der Schule oder im Berufsleben kann es immer wieder vorkommen, dass du Berichte schreiben musst. Wir erklären dir, was du dabei beachten musst.

Was ein Bericht ist

Was ein Bericht ist

Ein Bericht dient in erster Linie zur Informationsvermittlung. Dem Leser sollen die wichtigsten Fakten vermittelt und in einen Zusammenhang eingeordnet werden. Je nach Zweck des Berichts unterscheidet er sich in einigen Aspekten. Als journalistische Darstellungsform leitet er sich von der Nachricht ab, während er in anderen beruflichen Feldern und der Wissenschaft eher dem Protokoll ähnelt.

Den meisten Menschen ist jedoch eher die journalistische Textform ein Begriff, denn sie findet vor allem in Tageszeitungen, aber auch Online-Magazinen Anwendung. Mithilfe des Berichts sollen die wichtigsten Fakten eines Ereignisses zusammengefasst und für den Leser verständlich vermittelt werden. Die journalistische Textform leitet sich dabei von der Nachricht beziehungsweise einer Meldung ab. Dementsprechend sollte ein Bericht sachlich geschrieben sein.

Verschiedene Bericht-Arten

Neben dem journalistischen Bericht gibt es zahlreiche weitere Bericht-Arten, die in Bildung und Karriere eine Rolle spielen. Denn nicht nur Journalisten müssen den Lesern Sachverhalte vermitteln, sondern auch in anderen Berufen und auch in der Schule und dem Studium musst du von Zeit zu Zeit Ergebnisse präsentieren und für alle klar und verständlich formulieren.

Praktikumsbericht

Sowohl in der Schule als auch in vielen Studiengängen musst du nach einem Praktikum einen Bericht über deine Erfahrungen verfassen. Dabei kannst du dein Praktikum reflektieren und deine Tätigkeiten beschreiben. Erfolgt dein Praktikum im Rahmen deines Studiums, musst du eventuell einen Bezug zu deinem Studium herstellen. Was du bei deinem Praktikumsbericht noch beachten musst, erfährst du hier.

Unfallbericht

Unfallbericht schreiben

Wenn du in einen Unfall verwickelt bist, musst du für die Versicherung mitunter einen Unfallbericht verfassen. Dabei solltest du den Unfallhergang genauestens rekonstruieren und die Fakten entsprechend präzise und klar formulieren. Wichtig ist es hierbei, sachlich zu bleiben und nicht wertend gegenüber einem der Beteiligten zu werden. Zum Schluss sollte der Unfallbericht von allen Beteiligten unterschrieben werden.

Zeitungsbericht

Der Zeitungsbericht oder Zeitungsartikel ist einer der häufigsten journalistischen Darstellungsformen. Hier werden bestimmte gesellschaftlich relevante Sachverhalte dargestellt und für den Leser verständlich und interessant vermittelt. Mittlerweile finden sich solche Berichte jedoch nicht nur in Zeitungen, sondern auch in Online-Magazinen.

Alternative journalistische Textformen

Neben dem Zeitungsbericht gibt es noch einige andere journalistische Textformen, derer sich Journalisten gerne bedienen. Zu ihnen gehören:

Feature: Das Feature bezeichnet eine journalistische Darstellungsform, die sich aus der Reportage und der Dokumentation zusammensetzt. Während der Bericht die Ereignisse sehr nüchtern darstellt, zeichnet sich das Feature durch eine sehr bildhafte Sprache aus.
Reportage: Die Reportage ist sowohl im Print als auch im Rundfunk und Fernsehen eine beliebte Textform, die ein bestimmtes Thema sehr ausführlich behandelt.
Kommentar: Den Kommentar könnte man als das Gegenteil eines Berichts beschreiben. Denn bei einem Kommentar handelt es sich um einen eindeutigen Meinungsbeitrag, bei dem der Journalist namentlich genannt wird und eine klare Meinung präsentiert.
Glosse: Auch bei einer Glosse handelt es sich um einen Meinungsbeitrag, der zusätzlich jedoch einen satirischen oder ironischen Ton mitbringt.
Porträt: Das Porträt fokussiert sich auf eine bestimmte Person und stellt eine Momentaufnahme ihres Lebens dar. Dabei kann das Leben der Person aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden, allerdings sollte die Darstellung immer möglichst wahrheitsgetreu sein.
Kolumne: Bei der Kolumne handelt es sich wie beim Kommentar um einen Meinungsbeitrag, der jedoch wesentlich kürzer ist, dafür aber regelmäßig erscheint. Manchmal steht ein bestimmtes Thema im Vordergrund der Kolumne, über das der jeweilige Journalist regelmäßig seine Meinung äußert.

Forschungsbericht

In einem Forschungsbericht hältst du wissenschaftliche Forschungsergebnisse fest. Möglicherweise musst du während deines Studiums den ein oder anderen Forschungsbericht verfassen. Aber auch in einigen Berufsfeldern gehört das Verfassen eines Forschungsberichts zu deinen Aufgaben.

Reisebericht

Einen Reisebericht kannst du allgemein subjektiver halten als andere Bericht-Arten wie einen Unfall- oder Zeitungsbericht. Es kommt allerdings auf die bestimmte Form deines Reiseberichts an. Unter den Begriff fallen sowohl sachliche Reiseführer als auch wissenschaftliche Beschreibungen zu Reisen und literarische Texte. Mittlerweile sind jedoch vor allem Reise-Blogs beliebt, die sehr subjektiv sind und die Reise aus der Sicht einer einzelnen Person beschreiben.

Bericht schreiben: So geht’s

Bericht schreiben: So geht’s

Ein typischer Bericht ist immer sachlich, dementsprechend solltest du deinen Bericht auch formulieren. Egal ob in der Schule, im Studium oder im Beruf – die folgenden Tipps helfen dir beim Verfassen eines Berichts und sollten bei jeglicher Bericht-Art berücksichtigt werden.

“W-Fragen“ beantworten

Der Bericht sollte unbedingt die fünf sogenannten “W-Fragen“ beantworten. Führst du diese Fragen in deinem Text aus, hast du bereits die wichtigsten Fakten erwähnt. Zusätzlich zu diesen Fragen gibt es noch zwei weitere, die du dir beim Verfassen deines Berichts stellen kannst und die es dir ermöglichen, deinen Bericht noch ausführlicher zu gestalten und mehr Informationen für den Leser aufzubereiten. Auf diese Weise kannst du einen informativen und verständlichen Bericht verfassen, ohne dich an Kleinigkeiten aufzuhalten.

Natürlich kommt es bei der Beantwortung der Fragen immer auf die Art des Berichts an. Während du bei einem Zeitungsbericht objektiv und sachlich berichten solltest, kannst du bei einem Praktikumsbericht ruhig auch subjektive Erfahrungen einbringen. Allgemein sollte der Bericht jedoch klar formuliert sein und sich nicht an Nebensächlichkeiten aufhalten.

Wer?

Natürlich solltest du alle Beteiligten in deinem Bericht benennen.

Beispiel: Max Mustermann

Wo?

Der Ort des Geschehens ist ebenfalls ein wichtiger Fakt, der in einen Bericht gehört.

Beispiel: Köln

Wann?

Um das Geschehen einzuordnen, solltest du auf jeden Fall auch den Zeitpunkt oder – bei einem längeren Ereignis – den Zeitraum erwähnen.

Beispiel: 30. November um 20 Uhr

Was?

Wichtig ist natürlich, was genau überhaupt geschehen ist. Hier kannst du den Sachverhalt genauestens schildern.

Beispiel: Verkehrsunfall

Wie?

Zusätzlich solltest du erläutern, wie das Ereignis passiert ist, also den genauen Ablauf der beschriebenen Begebenheit wiedergeben.

Beispiel: Auffahrunfall am Stauende

Warum?

Um auf die Hintergründe einzugehen, solltest du zusätzlich erklären, warum es zu dem Ereignis kam beziehungsweise wie der Sachverhalt zustande gekommen ist.

Beispiel: Sekundenschlaf des Fahrers

Neben diesen fünf wichtigen W-Fragen kannst du zusätzlich noch zwei weitere Fragen in deinen Bericht miteinbeziehen. Mit der Beantwortung dieser Fragen kannst du dem Leser noch mehr Hintergrundinformationen liefern.

Welche Quellen?

In einem Zeitungsbericht ist es beispielsweise immer von Vorteil, wenn du deine Quellen benennen kannst, um die Glaubwürdigkeit deines Berichts zu stützen.

Welche Folgen?

Zusätzlich könntest du auch auf die Konsequenzen des Ereignisses eingehen, sofern es welche gibt.

Den Bericht richtig aufbauen

Der richtige Aufbau deines Berichts

Bei einem Bericht spielt nicht nur die Beantwortung der fünf W-Fragen eine wichtige Rolle, auch der Aufbau des Textes sollte stets nach dem gleichen Prinzip erfolgen. Denn das Wichtigste gehört immer an den Anfang des Berichts. Allgemein unterteilt sich der Text in drei Teile: Einleitung, Hauptteil und Schluss:

Einleitung: Bereits in der Einleitung beantwortest du die ersten vier W-Fragen, nämlich wer beteiligt war, wo und wann der Vorfall geschehen ist und grob was überhaupt vorgefallen ist. So kann sich der Leser einen Überblick über den Sachverhalt verschaffen und entscheiden, ob er weiterlesen möchte. In einem Zeitungsartikel ist die Einleitung meist fettgedruckt.

Hauptteil: Im Hauptteil gehst du eher ins Detail und erläuterst die Vorkommnisse genauer. Du solltest also präziser beschreiben, was vorgefallen ist, am besten in der korrekten zeitlichen Abfolge, und erklären wie und warum es zu dem Vorfall kam. Deinen Bericht kannst du je nach Art deines Textes mit Zitaten und Grafiken auflockern. Vergesse jedoch nicht, stets die Quellen zu benennen.

Schluss: Der Schlussteil deines Textes sollte die Folgen des Ereignisses beleuchten. Wenn bereits eine Problem- oder Konfliktlösung gefunden wurde, solltest du auch diese erwähnen. Mitunter kannst du hier auch Vermutungen äußern, die du jedoch als solche kennzeichnen solltest.

Sachlich schreiben

Die Sachlichkeit des Berichts sollte sich auch in der Sprache widerspiegeln. Ein Bericht ist stets objektiv und klar formuliert. Fantasievolle Beschreibungen und subjektive Wahrnehmungen sollten in den meisten Fällen außen vor bleiben. Auch wenn ein spannendes Ereignis beschrieben wird, sollte ein Bericht keine Spannung aufbauen, sondern die Fakten sachlich äußern und nicht ausschmücken. Denn ein Bericht soll in erster Linie informieren und nicht unterhalten. Umgangssprache solltest du vermeiden, ebenso wie deine Meinung in den Text einzubauen. Tipps für einen besseren Schreibstil findest du hier. 

Richtige Zeitform verwenden

Auch bei der verwendeten Zeitform gibt es einige Vorgaben. Da das zu berichtende Ereignis bereits stattfand, solltest du den Text im Präteritum verfassen.

Musterlösung für einen Bericht

Am Sonntagabend, den 14. Januar um 18 Uhr, geschah in der Musterstraße in Musterstadt ein Verkehrsunfall zwischen einer 20-jährigen Fahrradfahrerin und einem 32-jährigen Autofahrer.

Die junge Frau fuhr unmittelbar vor dem schwarzen VW Golf aus einer Einfahrt, woraufhin der Fahrer des PKWs nicht mehr rechtzeitig abbremsen konnte. Der PKW streifte das Fahrrad am Hinterreifen, die junge Frau stürzte und zog sich leichte Verletzungen zu. Der Fahrer erhielt einen Schock und musste vom Rettungsdienst behandelt werden. Alle Beteiligten sind mittlerweile wieder wohlauf.

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